Mit 1,0-Abi: Jonas Zhang gründet Mini-GmbH

Buch gekauft, Firma gegründet

(kik) Hildesheim. Im Büro von Jonas Zhang, das vor gar nicht allzu langer Zeit noch sein Kinderzimmer war, hängt ein Poster mit dem Satz „Work Hard, Dream Big“ an der Wand. Ein ambitionierter Vorsatz, den sich der gerade mal 18-jährige Itzumer als Leitprinzip gefasst hat. Doch obacht: Der sympathisch dreinblickende Mann steht als selbstständiger Unternehmer bereits mit beiden Beinen mitten im Geschäftsleben. Eine Vision also, die Hand und Fuß haben muss. Doch der Reihe nach. Wie die meisten in seinem Alter stand Zhang, der mit seiner Familie im elterlichen Haus in Itzum lebt, nach dem Abitur am Goethegymnasium im letzten Jahr vor der Frage, was ihm die Zukunft nun wohl bereithalten mag. Als Jahrgangsbester stand einem Studium eigentlich nichts im Wege. „Meine Eltern rieten mir: Geh studieren!“, erzählt Zhang, „andererseits wollte ich die Ideen verwirklichen, die ich im Kopf hatte.

Immer schon habe er sich mit Informatik beschäftigt und erstellte Webseiten für Freunde und Bekannte – meistens gegen kleine Gegenleistungen: „Bei einer Friseurin konnte ich mir dann umsonst die Haare schneiden lassen oder im Restaurant essen!“, grinst der junge Mann. Da habe er gemerkt, dass kaum ein Unternehmen ohne Online-Auftritt auskommt. Allerdings: „Viele Unternehmen machen ungünstige Marketingmaßnahmen.“ So zahle etwa jeder Werbetreibende eine bestimmte Summe an Google, wenn ein Nutzer dessen Online-Werbung anklickt. Damit also nur die wirklich am jeweiligen Angebot interessierten Menschen eine Anzeige aufrufen, müsse diese effektiv und gezielt gestaltet sein. Zhang kam eine waghalsige Idee: Warum dieses Wissen nicht ausbauen und damit womöglich  sogar Geld verdienen? Also besorgte sich Zhang ein Buch über Unternehmensgründung. Dann eins über Buchhaltung. Und schließlich einen dicken Wälzer über Rechtsfragen
im Internet.

Ich habe mir gedacht: Du hast nicht viel Kapital, bist 18 Jahre alt und kannst nicht 25.000 Euro für eine GmbH-Gründung auf den Tisch legen. Was gibt’s für Alternativen?“ Die Lösung bestand in einer haftungsbeschränkten Unternehmergesellschaft (uG), auch als sogenannte „Mini-GmbH“ bekannt. Im November ließ er sich diese Idee notariell beglaubigen, zahlte das benötigte Stammkapital ein – und war plötzlich offizieller Geschäftsführer seines Online-Marketing-Unternehmens „Grandiny“. Auf www.grandiny.de spezialisiert sich Zhang auf Web-Design, übernimmt für Unternehmen das sogenannte „Suchmaschinenmarketing“ und untersützt diese, über soziale Netzwerke die Kundenbindung zu steigern oder neue Kunden zu gewinnen. Daneben erstellt, gestaltet und pflegt Zhang auch selbst Internetseiten für Unternehmen. Vorerst will er „Grandiny“ ein Jahr betreiben. Sollte es gut laufen, werde er weitermachen.

Zhang, der sich inzwischen bereits einen beachtlichen Kundenstamm über sein Unternehmen aufgebaut hat, gibt zu, dass sein Weg vom Schüler zum Geschäftsführer schon etwas ungewöhnlich ist: „Aber es macht mir viel Spaß!“, schmunzelt er. Überhaupt scheint der junge Mann sich nicht viel Gedanken zu machen über das, was im Bereich des Möglichen liegt. Er tut es einfach. Dabei ist die Gründung seines Unternehmens nur die letzte einer Vielzahl von erfolgreichen Vorhaben, die Zhang in den letzten Jahren in die Tat umgesetzt hat. Eine Breakdance-Show im Fernsehen motivierte ihn etwa zum Tanzunterricht. Zwei Jahre später, Zhang war gerade 16, reiste er gemeinsam mit seiner Partnerin zu den deutschen Breakdance-Meisterschaften – und gewann. Daneben wurde Zhang, der auch Klavier und Geige spielt, 2013 zum Bundesentscheid von „Jugend musiziert“ in Stuttgart eingeladen. „Dream Big“ ist für Jonas Zhang keine leere Phrase.

Hinweis: Dieser Artikel stammt von Kilian Schwartz vom „Kehrwieder am Sonntag“.

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